Zeitkompetenz und Zeitmanagement – Konzepte zum besseren Umgang mit der Zeit auf dem zeitpolitischen Prüfstand

Jahrestagung 2016 der Deutschen Gesellschaft für Zeitpolitik (DGfZP)

u.a. Vortrag Manfred Molicki:
Der kompetente Umgang mit Zeit als Erziehungsziel

In den vergangenen Dekaden sind zahlreiche Ansätze entstanden, die das Ziel verfolgen, den Umgang mit „der Zeit“ in Beruf, Familie und Freizeit und in ihrem Verhältnis zuein ander zu optimieren.
In diesem Kontext ist auch die Zahl der Menschen erheblich angestiegen, die ein Coaching in Anspruch nehmen, um die komplexen zeitbezogenen Belastungs- und Synchronisationsanforderungen
besser bewältigen zu können. Inwieweit das gelingt, wird auch angesichts der Tatsache, dass immer mehr Menschen mit der Diagnose „Burnout“ in die Früh- oder Erwerbsminderungsrente eintreten, zu diskutieren sein.
Coaches arbeiten mit ihren Klienten in der Regel an einer Stärkung und Erweiterung des individuellen Kompetenz- und Handlungsspielraums eigener Zeitgestaltung. Diese Fokussierung auf die individuelle Gestaltungskompetenz vermittelt dabei eine Reihe von Hilfestellungen, die durch Selbstrefl exion, Einübung alternativer Handlungsmuster und Beseitigung von individuellen
Belastungsfaktoren wirksam sind. Häufig aber besteht der Beratungsspielraum nur innerhalb der Grenzen kollektiver Zeitregelungsmuster und betrieblicher Leistungsanforderungen. Die betrieblichen Faktoren der Arbeits(zeit)organisation, die infrastrukturellen, institutionellen und politischen Bedingungen der gesellschaftlichen Zeitregelungen bilden daher den engen Rahmen, innerhalb dessen sich Beratung und Coaching vollziehen.
So ist beispielsweise die viel diskutierte Frage der „life-workcare- balance“ nicht nur durch individuelle Kompetenzstärkung zu beantworten, sondern sie tangiert politisch auch die Notwendigkeit einer entlastenden Ausgestaltung des Pfl egesystems. Diese Strukturfragen sind Gegenstand zeitpolitischer Forderungen.

Die Deutsche Gesellschaft für Zeitpolitik will mit der Tagung entlang dieser Problemanzeige unter anderem folgenden Fragen nachgehen:
Inwieweit gelingt die individuelle Stärkung der Zeitkompetenz aus der Perspektive des Coaching und wo stoßen die Beratungsansätze an ihre Grenzen?
Wo sind Einzelne mit der zu leistenden Anpassung überfordert?
Wo wird individuelles Scheitern erlebt, obwohl es strukturelle Gründe sind, die das „gute Leben“ verhindern?
Welche zeitpolitische Gestaltung und Veränderung gesellschaftlicher Strukturen sind gefragt?

Diese Tagung will daher den Dialog zwischen den Vertreterinnen und Vertretern des zeit politischen Engagements und den in der Beratungspraxis agierenden Coaches fördern. Darüber hinaus wollen wir auch der Frage nachgehen, welche neuen zeitpolitischen Desiderate und Themenstellungen sich aus dieser Begegnung ergeben. Es wird auch zu fragen sein, ob etwa das Konzept von „Zeitkompetenz“ Strategien der individuellen Kompetenzstärkung und zeitpolitische Neujustierungen sinnvoll miteinander verbinden kann.

Typ: Vortrag, Tagung
Datum: 28.10.2016 - 29.10.2016
Uhrzeit: 14:00 - 13:30
Ort: TU-Berlin Straße des 17.Juni 135, 10623 Berlin
URL: http://www.zeitpolitik.de/pdfs/DGfZP_jt2016__flyer.pdf

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