Das langweiligste Experiment der Welt

Foto: (c) University_of_Queensland_Pitch_drop_experiment.jpg: John Mainstone

Das sogenannte Pechtropfenexperiment wurde bereits 1927 von dem australischen Physikprofessor Thomas Parnell gestartet. Der Wissenschaftler wollte nachweisen, dass sich Pech, ein Derivat aus Teer, zwar wie ein Feststoff anfühlt und bei Zimmertemperatur mit einem Hammer entzwei schlagen lässt, sich aber dennoch wie eine Flüssigkeit verhält. Dazu füllte Parnell das Pech in einen Glastrichter und wartete. Nach drei Jahren hatte sich das Material gesetzt und arbeitete sich dann noch 8 Jahre durch den Trichter, bis ein Tropfen von der Hauptmasse abfiel.

Nur acht Tropfen fielen bis zum Jahr 2000. Leider war gerade nie ein Mensch dabei, der das Fallen des Tropfens beobachten konnte. Der erste Tropfen fiel im Jahre 1938, weitere folgten 1947, 1954, 1962, 1970, 1979, 1988 und 2000. Bereits im Jahr 2000 war eine Webcam installiert, um das Fallen festzuhalten – gerade im entscheidenden Zeitpunkt war sie defekt.

Im Jahr 2013 erwartet man den nächsten fallenden Tropfen und dieses Mal sind 3 Webcams aufgestellt. Weltweit verfolgen 300.000 Menschen die Entwicklung. Hier kann man den Versuch beobachten:
http://smp.uq.edu.au/content/pitch-drop-experiment

Am Trinity College in Dublin wurde 1944 ein ähnliches Experiment begonnen. Hier gelang es dem Physiker Shane Bergin im Juli 2013 einen fallenden Tropfen zu filmen:
http://www.youtube.com/watch?v=yCj5krgpX9M

…..und der Laie wundert sich! Was soll ein solches Experiment über viele Jahrzehnte?

Bergin: „Es geht hier um den Kern von Wissenschaft – pure Neugierde! Es geht hier schließlich um ein Phänomen, das noch nie beobachtet wurde!“

Die Wissenschaftler berechneten mittlerweile, dass Pech, diese scheinbar feste, harte Masse, eigentlich flüssig ist, nur zwei Millionen Mal viskoser als Honig oder auch 20 Milliarden Mal zähflüssiger als Wasser.
Ein Versuch mit langer Weile, mit viel Zeit!

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