Die Kunst der Entschleunigung: Bewegung und Ruhe in der Kunst von Caspar David Friedrich bis Ai Weiwei

Wer die  im April 2012 beendete außergewöhnliche Ausstellung im Kunstmuseum Wolfsburg nicht besuchen konnte, findet in diesem aufwändigen Druckwerk die bisher einmalige Sammlung von Kunstwerken von der Romantik bis heute, welche unter dem Gesichtspunkt „Zeit“ zusammengestellt wurden. In 160 Werken von 85 Künstlern geht das Museum der Dialektik von Beschleunigung und Entschleunigung nach.
Dieser Ausstellungskatalog ist ein Muß für jeden, der sich interessiert für Zeit in der Kunst und  für die Auseinandersetzung von Künstlern mit dem Phänomen Zeit.
Aus dem Ausstellungskatalog des Kunstmuseums Wolfsburg:
Das Phänomen von Bewegung und Ruhe in der Kunst von der Romantik bis zur Gegenwart steht im Zentrum dieser Publikation, in der die Exponate der Ausstellung im Kunstmuseum Wolfsburg 2012 abgebildet sind. Bisher wurde die moderne Kunst hauptsächlich mit Beschleunigung gleichgesetzt, von William Turner über den Futurismus, die Abstraktion und die Kinetik bis zur Medienkunst. Wenig beachtet wurde dagegen, dass sich mit der Faszination für die Geschwindigkeit stets auch die Suche nach einer Ästhetik der Langsamkeit verband, welche die Dynamik der Stille und die Tiefe des Seins erforschen wollte, angefangen von den Sehnsuchtsbildern der Romantiker bis zum tiefgründigen slow painting eines Mark Rothko oder Franz Gertsch. Erstmals geht der Band dieser Dialektik der Moderne nach und verdichtet ein Thema, das den Nerv der Gesellschaft trifft.
Die Idee der Bewegung oder Beschleunigung findet ihre vielgestaltige Umsetzung in Werken von Künstlern wie William Turner, Auguste Rodin, Marcel Duchamp oder Robert Delaunay, von Futuristen wie Giacomo Balla, Kinetikern wie Jean Tinguely, Zero-Künstlern wie Günther Uecker sowie bei zeitgenössischen Künstlern wie Panamarenko, Nam June Paik, Christian Marclay und Bruce Nauman. Das stille Gegengewicht bilden die Landschaften Caspar David Friedrichs, die fantastischen Welten von Odilon Redon und Max Ernst, die Malerei eines Giorgio Morandi und eines Mark Rothko, Mario Merz als Vertreter der Arte Povera bis hin zur filmischen Verlangsamung bei Bill Viola oder Douglas Gordon.
Namhafte Autoren wie der Soziologe Hartmut Rosa oder der Kulturwissenschaftler Hartmut Böhme diskutieren über die Problematik der technologisch-wirtschaftlichen Beschleunigung und das steigende Bedürfnis nach Entschleunigung. Autor Markus Brüderlin, geboren 1958, studierte Kunstgeschichte, Kunstpädagogik und Germanistik. Er ist Kurator der Fondation Beyeler in Riehen/Basel.
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